Emma liegt an einem Patienten
Emma bei einem Wachkomapatienten

Ausbildung zum Besuchshund

Ein Besuchshund ist ein Hund, der gemeinsam mit seinem Besitzer Altenheime, Pflegeheime, Krankenhäuser und Sozialstationen besucht. Der Besuchshund kann von „Laien“ geführt werden. Der Hundeführer braucht keine therapeutische Ausbildung.

Die Besuchshundprogramme sollen im Vordergrund die sozialen Fähigkeiten der Besuchten aufrechterhalten und Lebensfreude spenden. Diese positiven Wirkungen fördern den Heilungsprozess. Oft sind Besuchshunde Brückenbauer zwischen Senioren und Pflegekräften. Ein Hund geht ohne Vorbehalte auf einen Bewohner zu, er wertet nicht und ist einfach nur da. Oft spenden Besuchshunde Trost und geben neue Kraft.

Der Besuchshund wird oftmals fälschlicherweise als Therapiehund bezeichnet.

Besuchshunde werden in häufig in Seniorenpflegeheimen eingesetzt. In den letzten Jahren hat auch die ehrenamtliche Arbeit im Bereich der Behindertenhilfe zugenommen.

Auf Wachkomastationen ist der Besuchshund auch nicht mehr wegzudenken. Hier ergänzt er meist zuverlässig die Arbeit des Therapiebegleithundes.

In vielen Kinderheimen oder in der Kinder- und Jugendpsychiatriefreuen sich die Kinder über die Liebe und Zuneigung die ein Besuchshund vermitteln kann. Zum spielen und toben. Aber auch zum Lernen wird er immer häufiger eingesetzt.
Die Wirkung eines ruhigen Hundes auf ein hyperaktives Kind ist weitgreifend.

Einige Besuchshunde finden in der ambulanten Familienhilfe ihren Einsatz. Gerade bei Pflegeeltern kommt häufig ein Besuchshund in die Familie. Hier steht er neben dem Therapiebegleithund ergänzend gerade bei Traumakindern zur Verfügung.

Viele unserer Therapiebegleithundkunden die einen Welpen ausbilden, nutzen die Besuchshundeausbildung als Vorqualifikation. So wird der Hund bereits frühzeitig, an die spätere Arbeit gewöhnt und ideal eingearbeitet.

Da die Besuchshundeausbildung eine reine Bindungsorientierte Ausbildung ist und wie bei allen unseren Ausbildungsprogrammen, ausschließlich über positive Verstärkung gearbeitet wird, kann bereits ein junger Hund gut ausgebildet werden. 
(ab der 16. Lebenswoche)
Ein eventuell altersbedingter, fehlender Grundgehorsam ist dabei nicht hinderlich.

Die tiergestützte Arbeit nimmt in Deutschland mehr und mehr zu. Seit 2007 bilden wir zertifizierte Besuchshunde aus.

Gütekriterien für die Eignung und Ausbildung eines Besuchshundeteams

Grundvoraussetzungen
Voraussetzungen an den Hund

– ausgezeichneter gesundheitlicher Zustand
– guter Allgemeinzustand bezüglich der Pflege
– das Tier muss frei von Ekto- und Endoparasiten sein
– eine regelmäßige Entwurmung ist erforderlich
– Schutzmassnahmen gegen Ektoparasiten sind notwendig
– vollständiger Impfschutz muss vorliegen
– Umwelt- und Sozialsicherheit, Grundgehorsam
– Selbstbewusstsein und Sicherheit in ruhigen Situationen
– Stressresistent
– Vorbehaltlos gegenüber Menschen
– gute Sozailisierung
– Sicherheit bei ungewöhnlichen Bewegungsmustern
– enge Bindung an seinen Halter, bzw. Hundeführer
– Sicherheit bei Geräuschen und optischen Reizen

Darüber hinausgehende speziell erwünschte Eigenschaften eines Besuchshundes sind:
– gute Unterordnung, sicherer Grundgehorsam
– Team Test oder Begleithundeprüfung bestanden
– ängstliche, unsichere und aggressive Hunde sind nicht geeignet
– Kette oder Zughalsband sind nicht erlaubt

Voraussetzungen an den Hundeführer
– soziale Grundeinstellung, ohne „Helfersyndrom“
– Teamfähigkeit, sportliches und faires Verhalten
– Halter muss Überforderungen des Tieres rechtzeitig erkennen

Prüfungsrichtlinien Besuchshundeausbildung
– Teilnahme an mindestens 90 % der theoretischen Seminaren
– Absolvierung der vier Leistungsscheine (je vier Übungen)
– Vorlage eines Entwurmungsprotokolls
– Vorlage Versicherungsnachweis
– Impfpass mit gültigen Impfungen
– Vorlage des Wesensüberprüfung für soziale Einrichtungen
– Abgabe der Hausarbeit
– Umsetzung der Besuchsdienste
– Begleithundeprüfung

Inhalte der Ausbildung
Theoretischer Teil
– Besprechung der einzelnen Ausbildungsschwerpunkte
– Besprechung der Prüfungskriterien
– Begrifflichkeiten und Definitionen im tiergestützten Bereich
– Möglichkeiten des Besuchsdienstes im sozialen Bereich
– Rahmenbedingungen für Einrichtung und Hundeteam
– Gemeinsames Erarbeiten bei Workshop-Aufgaben
– Videovorstellung tiergestützter Einsätze
– Planung und Umsetzung eines Besuchsdienstes
– Praktische Arbeit mit dem Hund
– Richtiger Umgang mit Gehhilfen, Rollstühlen
– Bettung des Hundes im Patientenbett, u.v.a.
– Krankheitsbilderlehre
– Patientenumgang
– Vorschriften aus dem Bereich des Pflegedienstes & Hygiene
– Kennenlernen von verschiedenen Therapiematerialien
– Entspannungsspiele für Hunde
– Stress beim Hund, Stressfaktoren, Stressabbau
-Praktische Kommunikationsübungen

Im praktischen Teil hospitieren Sie in einer von Ihnen ausgewählten Ausbildungsrichtung, bei einem Besuchsdienst. Anschließend wählen Sie sich mindestens zwei Einrichtungen für Ihre praktischen Übungseinsätze aus. Für Teilnehmer ab 100 km Anreise erfragen Sie bitte Sondermöglichkeiten. Unser Team begleitet Sie bei der Vorbereitung, Planung und Umsetzung. Wir betreuen Sie während der gesamten Ausbildungszeit. (ca. 6 Monate)
Jederzeit können Sie uns bei unseren Besuchsdiensten in Kindergärten, Schulen, Seniorenwohnheimen und in Behinderteneinrichtungen begleiten. Unsere Trainer sind seit 2004 ehrenamtliche Besuchsdienstler. Profitieren Sie von unserem Know How und unserer Erfahrung im tiergestützten Bereich.

Die Kosten der Besuchshundeausbildung betragen 500,- Euro/ netto, bzw. 595,- Euro/brutto (inkl. Prüfungsgebühr, inkl. Mwst. von derzeit 19% und inkl. der ersten Wesensüberprüfung).  Sollten Sie anschließend in unserem Hause mit dem angemeldeten Hund eine Therapiebegleithundeausbildung absolvieren, dann bekommen Sie 10 % der Ausbildungsgebühren der Besuchshundeausbildung angerechnet. In den Ausbildungskosten ist bereits ein Termin zur Leistungsscheinabfrage enthalten.

Die Ausbildungsdauer beginnt mit dem Seminarblock. (3 Tage) Danach beginnt die Nachbetreuungszeit. Diese beträgt ja nach ihrer eigenen Lern- und Übungsgeschwindigkeit ca. 3-6 Monate. Während dieser kompletten Zeit und natürlich auch danach, stehen wir gern zu ihrer Verfügung und freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit.
Sollten Sie eine längere Ausbildungszeit benötigen, dann haben Sie die Möglichkeit, eine Nachbetreuungspauschale zu buchen.

Übersicht der Kurstermine
Bevor Sie sich für eine Besuchshundeausbildung anmelden können, müssen Sie an der Eignungsfeststellung teilnehmen.
Termine zur Eignungsfeststellung und zur Besuchshundeausbildung finden Sie hier.

Nach dem Hauptseminar durchlaufen Sie eine sechsmonatige Einarbeitungsphase.

Ausbildung zum Therapiebegleithund


Unser Ziel ist es, ein Therapiebegleithundeteam für den professionellen Einsatz in verschiedenen Bereichen auszubilden. Ob Ergotherapeuten, Logopäden, Familientherapeuten oder Psychologen.
Natürlich steht die Ausbildung auch Hundehaltern ohne therapeutischen Ansatz offen.

Die Aufgabe ist es, Sie und Ihren Hund umfangreich für den Einsatz im therapeutischen und pädagogischen Bereich umfassend zu qualifizieren.
Bevor Sie sich zur Therapiebegleithundeausbildung anmelden können, müssen Sie an einer entsprechenden Eignungsfeststellung teilnehmen. Termine können Sie unserem Terminkalender entnehmen. Eine Anmeldung hierfür ist zwingend erforderlich. Bei der Eignungsfeststellung lernen wir Ihren Hund näher kennen. Wir überprüfen den Grundgehorsam, die Mensch/Hund-Bindung und die Bereitschaft zur gegenseitigen Mitarbeit. Wir gehen spezielle Inhalte der Ausbildung mit Ihnen bereits in einem Vorabtraining durch, so dass sie gut vorbereitet in die Ausbildung starten können.


Die Vermittlung von theoretischem Fachwissen ist für den erfolgreichen Einsatz sehr wichtig. Als Hundehalter und Hundeführer eines Therapiebegleithundes sollten Sie sich nicht nur in den Bereichen Hygiene, Recht und Versicherung gut auskennen – Sie sollten auch genau über die möglichen Einsatzgebiete, den Therapieaufbau, die Umsetzung und die Reflektion Bescheid wissen. Unsere umfassenden Seminarunterlagen unterstützen Sie hierbei nachhaltig.

Im praktischen Ausbildungsteil steht die Arbeit mit dem Hund im Vordergrund. Während der Seminartage erarbeiten wir gemeinsam sechs Leistungsscheine, mit je vier Aufgaben. Wir gehen jede Aufgabe zusammen mit Ihnen durch, üben und legen die Grundlagen zusammen mit Ihrem Hund. So können Sie diese zu Hause weiter ausbauen und festigen, ohne dass ein Leistungsdruck für Ihren Hund entsteht.

Im Praxisteil erarbeiten Sie eine schriftliche Facharbeit als Grundlage für Ihre spätere therapeutische oder pädagogische Arbeit. Weiterführend müssen Sie zusammen mit Ihrem Hund eigenständig zwei Therapien umsetzen. Natürlich unterstützen wir Sie bei der Vorbereitung, während der praktischen Umsetzung und bei der Nachbereitung professionell.
Die Therapien werden als Videodokumentation aufgezeichnet, um später noch einmal gut reflektieren zu können.

Am Ende der Ausbildung findet eine schriftliche Abschlussprüfung statt. Das Ergebnis der Prüfung, die Facharbeit, die Leistungsscheine und die Therapiearbeit bilden dann das Gesamtergebnis der Ausbildung.

Voraussetzungen für das Zertifikat
– 80 % Anwesenheitspflicht
– Teilnahme an der Abschlussprüfung (Bestehen von mind. 75 %)
– Erfüllung der Leistungsscheine zu 80 %
– Umsetzung der praktischen Therapien
– Abgabe der schriftlichen Facharbeit
– vollständige Bezahlung der Ausbildungsgebühr

Inhalte der Ausbildung

Grundlagenwissen
– Formen und Begriffe der tiergestützten Therapie
– Grundlagen und Voraussetzungen eines tiergestützten Einsatzes
– Einsatz von Hunden in der tiergestützten Therapie
– Mensch/Hund-Beziehung
– Literatur und Forschungsarbeiten
– wissenschaftliche Ergebnisse der verschiedenen Arbeitsfelder
– Delta Society und Zertifizierungen

Fachbereich Therapie
– Organisation eines tiergestützten Einsatzes
– Therapieaufbau mit Arbeitsbeispielen aus Ihren Arbeitsbereich
– Umsetzung einer tiergestützten Therapie
– Spezialisierungen bei der tiergestützten Therapie (Autismus, u.a.)
– Kennenlernen von Therapiematerialien
– Anamnese, Setting, Therapieevaluation
– Dokumentationen
– Supervision
– Therapiearbeit direkt mit Klienten

Fachbereich Pädagogik
– Einsatz des Tieres im Kindergarten
– Einsatz des Tieres im schulischen Bereich
– Einsatz des Hundes im Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie
– Grundlagen der tiergestützten Pädagogik
– Fachqualifizierung – diverse Bereiche
– Kennenlernen von Therapiematerialien, gezielte Einsatzplanung

Fachbereich Medizin
– Tiergestützte Therapie in der Medizin
– Einsatz in der Psychiatrie und Psychotherapie
– Einsatz in der Geriatrie und Gerontologie
– Grundlagenwissen somatischer Krankheiten
– tiergestützte Rehabilitationstherapie

Fachbereich Recht und Versicherung
– Tierschutzrelevante Voraussetzungen
– Stressfaktoren und Stressbewältigung (Calming Signals)
– Hygienische Voraussetzungen für den Einsatz
– Rechts-, Versicherungs-, Steuer- und Haftungsfragen
– Qualitätsmanagement und Erfolgskontrolle

Arbeit mit dem Hund
– Praktische Übungen des Mensch-Hund -Teams
– Aufgaben der Leistungsscheine
– Artübergreifende Kommunikation
– Kommunikationstraining verbal / nonverbal
– Einsatz von Haus- und Nutztieren in der tiergestützten Therapie
– Ethische Fragen zum Einsatz von Tieren in der Therapie
– Einsatz in Einrichtungen, Einsatzformen
– Anatomie und Physiologie des Hundes
– Erste Hilfe am Hund
– Erkennen und Unterstützen der angeborenen Talente des Hundes

Welche Voraussetzung sollte Ihr Hund mitbringen?
– Mindestalter zu Ausbildungsbeginn ist 1 Jahr
– Haftpflichtversicherung und Impfschutz liegen vor
– Es sind keine akuten oder chronischen Erkrankungen bekannt
– Ihr Hund sollte Menschenbezogen und freundlich sein
– Er sollte sich gerne anfassen und streicheln lassen
– Ihr Hund sollte offensiv Kontakt zu Menschen aufnehmen
– Eine hohe Reizschwelle ist Grundvoraussetzung
– Ihr Hund verfügt über ein gesundes Stressmanagement
– Der Grundgehorsam ist altersgerecht

Teilnehmerzahl, Seminarort und Durchführung
In einem Ausbildungskurs werden maximal 8 Personen aufgenommen. In vier Seminartagen (zwei Blöcke) werden die verschiedenen Ausbildungsinhalte vermittelt.

Für Übernachtungsmöglichkeiten, sofern benötigt, sorgt der Teilnehmer eigenverantwortlich und übernimmt dafür auch die Kosten. Gern senden wir ihnen ein Unterkunftsverzeichnis zu.
Tagungsgetränke, wie Kaffee, Tee und Mineralwasser sind im Seminarpreis enthalten.

Terminübersicht
Eine frühzeitige Reservierung ist notwendig. Bitte kalkulieren Sie ggf. Wartezeiten ein. Viele Welpenbesitzer fördern Ihren Hund erst durch die Besuchshundeausbildung (ab der 16. Lebenswoche möglich). So wird der Hund bereits im jungen Alter vorgebildet.
Termine finden Sie hier.

nächste Termine : Ende 2020

Investition:  € 1.490,00 inkl. Mwst. (inkl. Prüfungsgebühr)

In Ausnahmefällen kann eine Ratenzahlung vereinbart werden. Dann fallen weitere Gebühren an und eine Bonitätsauskunft wird eingeholt. Für die Eignungsfeststellung und das damit verbundene Training berechnen wir zusätzlich 60 Euro. (inkl. Mwst.)

Im Preis sind die Kosten für Kaffee, Tee und Mineralwasser enthalten.

Das Anmeldeformular schicken wir Ihnen, nach einem Vorgespräch gern per Email zu.